Meine persönliche Geschichte

Mein Weg zum SCS

Auf dieser Seite möchte ich Schritt für Schritt beschreiben, wie sich meine Beschwerden entwickelt haben, wie ich die Testphase und die Implantation erlebt habe und wie ich heute mit meinem SCS-System umgehe.

Diese Seite wird nach und nach ergänzt.
01

Meine Krankheits- und Schmerzgeschichte

Die Geschichte meiner Beschwerden beginnt im Jahr 2001. Damals verdiente ich meinen Lebensunterhalt noch als Metzger. Eines Morgens beugte ich mich in eine SB-Truhe - eine alltägliche Bewegung, sollte man meinen. Doch genau in diesem Moment beschloss mein Rücken, fortan seine ganz eigene Geschichte zu schreiben. Was zunächst als Hexenschuss diagnostiziert wurde, entpuppte sich ziemlich schnell als Bandscheibenvorfall. Von diesem Tag an war ich rund zwei Jahre durchgehend arbeitsunfähig. In dieser Zeit musste ich mich mehreren Operationen unterziehen. Beim letzten Eingriff wurden zwei meiner Lendenwirbel fest miteinander verbunden (lumbale Spondylodese). Die Operation war ohne Zweifel erfolgreich und ermöglichte mir in den folgenden 20 Jahren ein weitgehend normales Leben - mit nur seltenen Schmerzen und vergleichsweise wenigen Einschränkungen. Vollständig verschwunden waren die Folgen allerdings nicht: Meine Beweglichkeit blieb eingeschränkt, und das Bücken gehörte fortan nicht mehr unbedingt zu meinen Paradedisziplinen. Doch gemessen an den Schmerzen zuvor konnte ich damit sehr gut leben. Leider sollte mein Rücken das letzte Wort in dieser Geschichte noch nicht gesprochen haben.

02

Die jüngste Entwicklung meiner Beschwerden

Obwohl Wandern ja angeblich eher etwas für die ältere Generation ist, hatten wir uns ein Stempelheft der Harzer Wandernadel besorgt. Seit nunmehr knapp drei Jahren eifern wir den begehrten Stempeln hinterher – schließlich braucht der Mensch Ziele. Und wenn sie mitten im Wald stehen und aus einem kleinen Metallkasten bestehen, umso besser. Anfangs gab es höchstens dann gesundheitliche Beschwerden, wenn wir mal wieder eine vermeintliche Abkürzung nahmen, deren Beschaffenheit mit einem normalen Wanderweg nur wenig gemeinsam hatte. Mit der Zeit bekam ich jedoch zunehmend Probleme im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Schmerzen strahlten bis in beide Beine und die Hüften aus. Irgendwann wurde jede Wanderung zu einem Spießrutenlauf von Sitzbank zu Sitzbank – wobei notfalls auch Baumstümpfe, Mauervorsprünge oder andere spontan umfunktionierte Sitzgelegenheiten herhalten mussten. Am Ende konnte ich keine 50 Schritte mehr gehen, ohne mich hinsetzen zu müssen. Weder ein Gehstock noch die mitgebrachte Sitzgelegenheit machten unsere Ausflüge wesentlich angenehmer. Sie sorgten lediglich dafür, dass ich meine Pausen etwas professioneller gestalten konnte. Das war dann schließlich auch der Zeitpunkt, an dem ich ernsthaft über einen Arztbesuch nachdachte. Immerhin waren die vier Schrauben in meiner Lendenwirbelsäule inzwischen seit rund 20 Jahren dort versenkt. Vielleicht hatten sie nach all der Zeit beschlossen, sich doch noch bemerkbar zu machen?

03

Testphase und Implantation

Nach mehreren weiteren PRT-Spritzentherapien an den verschiedensten Stellen meines Rückens kam schließlich eine neue Möglichkeit ins Gespräch: ein Neurostimulator. Sämtliche Spritzen hatten bis dahin ungefähr so viel Wirkung gezeigt wie ein Pflaster auf einem Wasserrohrbruch. Langsam verlor ich daher die Zuversicht, dass mir überhaupt noch irgendetwas helfen könnte. Dann drückte mir der Arzt einen solchen Stimulator in die Hand und sagte: „Versuchen wir es damit.“ Ich hatte natürlich nicht die geringste Ahnung, worum es dabei ging, und antwortete sinngemäß: „Sie sind der Doktor.“ Keine besonders fundierte medizinische Einschätzung meinerseits, aber immerhin eine klare Aufgabenverteilung. Anschließend erklärte er mir die Funktionsweise des Systems und den Ablauf des „Einbaus“. Wir vereinbarten einen ersten Termin für den 14. April – und damit begann meine Testphase. Die Elektroden wurden minimalinvasiv platziert und mit einem externen Stimulator verbunden. In der darauffolgenden Woche durfte ich das System im Krankenhaus ausgiebig testen. Ich probierte alle vier Programme aus, marschierte den Stationsflur kilometerweit auf und ab und machte selbst vor den Treppen keinen Rückzieher. Vermutlich hätte ich am Ende der Woche auch Anspruch auf eine eigene Stations-Wandernadel gehabt. Schon kurz nach dem Einsetzen des Testsystems – der Stimulator wird anfangs noch außerhalb des Körpers getragen – bemerkte ich eine erste Veränderung: Ich konnte mich im Bett umdrehen, ohne dass dabei sofort der zuvor ständig auftretende Schmerz Alarm schlug. Die in den folgenden Tagen im Krankenhaus zurückgelegten Kilometer und mein sorgfältig geführtes Schmerzprotokoll ließen schließlich kaum noch Zweifel aufkommen. Die entscheidende Frage war längst nicht mehr, ob ich dieses Gerät brauchte, sondern vielmehr, wie ich verhindern konnte, es jemals wieder hergeben zu müssen. Die anschließende dauerhafte Implantation war daher nur noch die logische Konsequenz aus der erfolgreichen Testphase. Der Stimulator wurde eingesetzt und die bis dahin außenliegenden Leitungen gewissermaßen „unter Putz“ verlegt. Seitdem hilft mir dieser kleine technische Begleiter – von mir liebevoll „Fiffi“ genannt – dabei, meinen Alltag wieder deutlich besser zu bewältigen und meine ursprünglichen Einschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Fiffi bellt zwar nicht, muss nicht Gassi gehen und verliert auch keine Haare – aber er sorgt zuverlässig dafür, dass ich selbst wieder wesentlich besser laufen kann.

04

Mein heutiger Umgang mit dem System

Dieses Kapitel wird davon handeln, wie das System heute zu meinem Alltag gehört – einschließlich Routinen, Aufladen, Fernbedienung, Programmauswahl, hilfreichen Erfahrungen und weiterhin offenen Fragen.